Ein Mining-Algorithmus ist eine kryptografische Hash-Funktion, die in einem Netzwerk verwendet wird, um neue Blöcke zu erstellen. Einfacher ausgedrückt, ist es eine Art „mathematisches Puzzle“, das Miner lösen müssen. Die Wahl des Algorithmus bestimmt die wichtigsten Eigenschaften einer Kryptowährung, einschließlich ihrer Sicherheit und der für das Mining erforderlichen Hardware.
Gerade wegen der Unterschiede in den Algorithmen können Sie Litecoin nicht mit einem ASIC minen, der für Bitcoin entwickelt wurde. Das ist, als würde man versuchen, ein Schloss, das für einen Kreuzschlitzschraubendreher gemacht ist, mit einem flachen Schraubendreher zu öffnen. Das Werkzeug muss zur Aufgabe passen.
SHA-256: Der König der Algorithmen
SHA-256 (Secure Hash Algorithm 256-bit) ist der bekannteste und leistungsstärkste Algorithmus in der Welt der Kryptowährungen. Er wird im Bitcoin-Netzwerk verwendet.
- Merkmale: Er ist rechnerisch relativ einfach und erfordert nicht viel RAM. Dies ermöglichte die Entwicklung von spezialisierten Chips – ASICs –, die diese eine Aufgabe mit unglaublicher Geschwindigkeit ausführen.
- Sicherheit: Er gilt heute als extrem zuverlässig. Die enorme Hash-Rate des Bitcoin-Netzwerks, das auf diesem Algorithmus läuft, macht ihn zur sichersten Blockchain der Welt.
- Verwendet in: Bitcoin (BTC), Bitcoin Cash (BCH), Bitcoin SV (BSV) und vielen anderen Bitcoin-Forks.
Scrypt: Der Versuch, „ASIC-resistent“ zu sein
Scrypt ist ein Algorithmus, der als Alternative zu SHA-256 entwickelt wurde. Sein Hauptunterschied besteht darin, dass er intensiv Arbeitsspeicher (RAM) nutzt.
- Merkmale: Ursprünglich wurde angenommen, dass die Anforderung an viel Speicherplatz die Herstellung von Scrypt-ASICs wirtschaftlich unrentabel machen würde, wodurch das Mining auf GPUs (Grafikkarten) erhalten bliebe. Dies sollte eine größere Dezentralisierung fördern.
- Realität: Ingenieure konnten dennoch effiziente Scrypt-ASICs entwickeln, die Grafikkarten schnell aus dem Litecoin-Mining verdrängten. Sie sind jedoch immer noch komplexer und teurer in der Herstellung als ASICs für SHA-256.
- Verwendet in: Litecoin (LTC), Dogecoin (DOGE). Interessanterweise kann Dogecoin durch gemeinsames Mining mit Litecoin geschürft werden, da beide Scrypt verwenden.
Kurzer Überblick über weitere populäre Algorithmen
Die Welt der Kryptowährungen ist riesig, und es gibt viele andere Algorithmen, jeder mit seinen eigenen Besonderheiten:
- Ethash: Der Algorithmus, der in Ethereum vor dem Übergang zu Proof-of-Stake verwendet wurde. Er wurde auch entwickelt, um aufgrund hoher Anforderungen an den Videospeicher (VRAM) ASIC-resistent zu sein.
- Equihash: Ein weiterer speicherintensiver Algorithmus. Wird in Münzen wie Zcash (ZEC) verwendet.
- X11: Dies ist keine einzelne, sondern eine Kette von 11 verschiedenen Hash-Funktionen. Die Idee ist, dass für die Erstellung eines ASICs für X11 alle 11 Algorithmen in den Chip implementiert werden müssten, was die Aufgabe erschwert. Wird in Dash verwendet.
- CryptoNight: Ein Algorithmus, der auf das Mining mit Zentralprozessoren (CPU) ausgerichtet ist und ein hohes Maß an Anonymität bietet. Wird in Monero (XMR) verwendet.
Warum gibt es so viele verschiedene Algorithmen?
Die Vielfalt der Mining-Algorithmen hat mehrere Gründe:
- Streben nach Dezentralisierung. Viele Entwickler versuchten, „ASIC-resistente“ Algorithmen zu schaffen, um eine Konzentration der Macht in den Händen großer Hardwarehersteller zu vermeiden.
- Hinzufügen neuer Funktionen. Einige Algorithmen wurden mit dem Fokus auf Anonymität oder andere einzigartige Eigenschaften entwickelt.
- Sicherheit. Die Schaffung einer neuen, unbekannten Hash-Funktion kann (theoretisch) die Sicherheit des Netzwerks in den frühen Phasen erhöhen.
Letztendlich ist die Wahl des Algorithmus eine der grundlegenden Entscheidungen bei der Schaffung einer Kryptowährung, die ihren technischen und wirtschaftlichen Weg für Jahre im Voraus bestimmt. Für den Miner ist es wichtig, klar zu verstehen: Für jeden Algorithmus wird ein spezielles „Werkzeug“ benötigt – sein eigener ASIC.