ASIC Energieeffizienz (J/TH): Warum sie wichtiger ist als die Hashrate

Die Energieeffizienz ist der wichtigste Indikator für einen modernen ASIC-Miner, der seine Rentabilität und Lebensdauer direkt bestimmt. Wenn die Hashrate die „Geschwindigkeit“ Ihres Geräts ist, dann ist die Energieeffizienz der „Kraftstoffverbrauch“. Diesen Parameter zu ignorieren ist wie der Kauf eines Rennwagens, ohne darüber nachzudenken, wie viel Benzin er verbraucht.

Was ist J/TH und wie ist das zu verstehen?

Die Energieeffizienz von ASIC wird in Joule pro Terahash (J/TH) oder, was dasselbe ist, in Watt pro Terahash (W/TH) gemessen. Dieser Indikator gibt an, wie viel Energie (in Joule) ein Gerät verbraucht, um ein Terahash an Rechenleistung pro Sekunde zu erzeugen.

Je niedriger der J/TH-Wert, desto besser.

Einfacher Vergleich:

  • Stellen Sie sich zwei Autos vor. Eines fährt 100 km und verbraucht dabei 10 Liter Benzin. Das andere fährt die gleichen 100 km, verbraucht aber 20 Liter. Offensichtlich ist das erste Auto effizienter.
  • Genauso ist es bei ASICs. Eines kann 100 TH/s liefern und 3000 W verbrauchen. Seine Effizienz wäre 3000 / 100 = 30 J/TH. Ein anderes, neueres, liefert die gleichen 100 TH/s, verbraucht aber nur 2000 W. Seine Effizienz beträgt 2000 / 100 = 20 J/TH. Der zweite ASIC ist deutlich profitabler.

Warum ist Effizienz wichtiger als die „reine“ Hashrate?

Anfänger jagen oft der maximalen Hashrate hinterher, aber Profis achten genau auf die Effizienz. Und das aus folgenden Gründen:

  1. Direkter Einfluss auf die Betriebskosten. Strom ist der größte Kostenfaktor beim Mining. Ein Gerät mit besserer Energieeffizienz verbraucht bei gleicher Hashrate weniger Strom und bringt somit mehr Nettogewinn.
  2. Bestimmung des Break-Even-Points. Jeder ASIC hat einen „Steckdosenpreis“, ab dem er nicht mehr rentabel ist. Bei einem effizienteren Gerät ist dieser Preis deutlich höher. Das bedeutet, dass es auch unter Bedingungen weiterarbeiten und Gewinn abwerfen kann, unter denen ein alter ASIC bereits Verluste machen würde.
  3. Halving-Beständigkeit. Das Halving halbiert die Einnahmen aus dem Mining. Danach bleiben nur die energieeffizientesten Geräte im Spiel. Der Kauf eines ASICs mit einem guten J/TH-Wert ist eine Investition in seine langfristige Rentabilität.

Beispiel aus der Praxis

Vergleichen wir zwei hypothetische ASIC-Modelle, um den Unterschied anschaulich zu machen.

Bedingungen: Stromkosten – 0,05 $ pro kWh. Ertrag von 1 TH/s pro Tag (vor Abzug der Kosten) – 0,08 $.

  • Modell A (alt):
    • Hashrate: 100 TH/s
    • Verbrauch: 3500 W
    • Effizienz: 35 J/TH

    Berechnung:
    „Brutto“-Einnahmen pro Tag: 100 TH/s * 0,08 $ = 8,00 $
    Stromkosten pro Tag: 3,5 kW * 24 h * 0,05 $ = 4,20 $
    Nettoverdienst pro Tag: 8,00 $ – 4,20 $ = 3,80 $

  • Modell B (neu):
    • Hashrate: 100 TH/s
    • Verbrauch: 2000 W
    • Effizienz: 20 J/TH

    Berechnung:
    „Brutto“-Einnahmen pro Tag: 100 TH/s * 0,08 $ = 8,00 $
    Stromkosten pro Tag: 2,0 kW * 24 h * 0,05 $ = 2,40 $
    Nettoverdienst pro Tag: 8,00 $ – 2,40 $ = 5,60 $

Wie Sie sehen, bringt das neue Modell bei gleicher Hashrate fast das 1,5-fache des Nettogewinns. Und wenn der Steckdosenpreis auf 0,10 $ steigt, arbeitet das alte Modell bereits mit Verlust, während das neue immer noch profitabel ist.

Bei der Auswahl eines ASICs dividieren Sie immer dessen Verbrauch (in Watt) durch die Hashrate (in Terahash). Die resultierende Zahl ist der Effizienzindikator. Vergleichen Sie verschiedene Modelle anhand dieses Parameters, und Sie können eine wirklich kluge Investition tätigen, die Ihnen jahrelang Einnahmen bringen wird.

Alex Wilso

Leitender Journalist

Alex Wilso ist ein Technikjournalist und Analyst, der sich seit 2017 auf Nachrichten und Ereignisse in der Kryptoindustrie spezialisiert hat. Sein Einstieg in die Kryptowelt war eine Mining-Farm mit 3 Grafikkarten – so lernte er das Schürfen von Kryptowährungen in der Praxis und nicht nur in der Theorie kennen.

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